Was ist IVF-Naturelle?



Vor 40 Jahren wurden die ersten künstlichen Befruchtungen, auch In-vitro-Fertilisationen IVF genannt, durchgeführt. Bei diesen ersten Behandlungen reifte nur ein Eibläschen, ein Ei heran. Wenige Jahre später wurden sogenannte Gonadotropine entwickelt, also Hormone, die dazu führten, dass mehr als ein Eibläschen heranreifen konnte. Diese Hormone hatten grosse Vorteile: Sie erhöhten die Effektivität, die Wirksamkeit der IVF-Therapie. Sie hatten aber auch eine Vielzahl von Nachteilen. Aufgrund dieser Nachteile und aufgrund dessen, dass unser IVF-Labor inzwischen in der Lage ist, aufgrund einer Vielzahl von Fortschritten
auch mit nur einer Eizelle eine enorme Wirksamkeit zu erzielen; Aufgrund dieser beiden Begebenheiten haben wir uns dazu entschlossen, wieder eine IVF-Therapie ohne eine solche Hormonstimulation, also eine IVF-Therapie im natürlichen Zyklus durchzuführen. Die Idee hinter dieser Behandlung ist die, dass der Körper der Frau ideal geeignet ist, auszuwählen, welches Eibläschen, welches Ei am besten geeignet ist, um später eine Schwangerschaft zu erzielen. Wir haben diese Therapie entwickelt und wir haben unser Wissen anderen Zentren weitergegeben. Diese anderen Zentren sind alle vereinigt im sogenannten IVF-Kompetenznetz. Wir nennen diese Therapie IVF-Naturelle, diesen Begriff haben wir geprägt, um zu zeigen, dass diese Behandlungszentren die Behandlung so durchführen, wie wir sie entwickelt haben. Wir haben nun im folgenden Video vor,
Ihnen zu zeigen, wie einfach, wie effektiv, wie natürlich und wie angenehm diese Behandlung für die Frau ist. Ausmessen des Follikels: Dr. med. A. Kohl-Schwartz Abhängig von der Zykluslänge führen wir
zwischen dem 10. und 12. Zyklustag eine Kontrolluntersuchung durch. Diese Untersuchung kann bei uns am Universitätsspital oder bei einer Ärztin wohnortsnah der Patientin durchgeführt werden. Per Ultraschall messen wir die Follikelgrösse, die Endometriumdicke und zusammen mit dem Östradiolwert aus dem Blut bestimmen wir die Eizellreife. Bestimmen der Hormonwerte: Frau A. Halter Nach der Blutentnahme erklären wir der Patientin die Handhabung der Spritze zum Eisprungauslösen. Die Handhabung ist einfach und die Patientin kann dies problemlos zu Hause selber machen. Am Nachmittag, wenn die Blutresultate
da sind, bespricht das Ärzteteam das weitere Vorgehen und wir rufen
die Patientin an, um sie zu informieren. Allfällige Fragen, die noch aufgetaucht sind, können auch da noch geklärt werden. Bei mehr als der Hälfte der IVF-Naturelle-Therapien wird genauso vorgegangen, wie wir es im Video gezeigt haben. Allerdings kann es manchmal sinnvoll sein, die Therapie etwas zu modifizieren. Der Grund ist der, dass das
Eibläschen vorzeitig springen kann. Das würde bedeuten, dass am Tag der
Follikelaspiration kein Eibläschen mehr da wäre. Um das zu verhindern, verabreichen wir manchmal eine einzelne sogenannte Hemmspritze. Auch geben wir manchmal sogenannte
Ibuprofen-Tabletten für anderthalb Tage. Denn diese Tabletten vermögen auch
den Eisprung um einige Stunden zu verzögern. Follikel punktieren: Dr. med. A. Kohl-Schwartz Die Frau kommt vormittags zur Follikelpunktion. Sie muss nicht nüchtern sein
und braucht auch keine Schmerzmittel. Wir führen die Aspiration ultraschallgesteuert durch. Dies geschieht mit einer ultradünnen Nadel. Schon wenige Minuten nach der Aspiration wissen wir, ob eine Eizelle gewonnen werden konnte. Danach gewinnt der Partner der Patientin eine Samenprobe. Dies kann wahlweise auch schon frühmorgens geschehen und im Weiteren kann das Paar nach Hause oder deren täglichen Aktivitäten nachgehen. Im Labor: Dr. SC. Nat. M. Eisenhut Obwohl für Sie am wenigsten sichtbar, ist die Passage Ihrer Zellen im Labor für den Erfolg der Therapie entscheidend. Unmittelbar nach der Follikelpunktion suchen wir in der Follikelflüssigkeit die Eizelle. Wir überführen sie in eine Nährlösung
und setzen sie in den Inkubator. Anschliessend bitten wir den Partner,
eine Spermaprobe abzugeben. Im Labor untersuchen wir das Ejakulat und wir bereiten die gutbeweglichen Spermien vor für die Befruchtung. In einem nächsten Schritt
kümmern wir uns wieder um die Eizelle. Wir entfernen die Cumuluszellen, welche die eigentliche Eizelle umhüllen und bestimmen den Reifegrad der Eizelle. Die Befruchtung erfolgt durch die Injektion eines Spermiums in die Eizelle. Dies geschieht mithilfe einer feinen Nadel
an einem dazu speziell ausgerüsteten Mikroskop. Anschliessend setzen wir die Eizelle wieder zurück in den Inkubator und bieten ihr dort ideale Kulturbedingungen. Am folgenden Morgen können wir die Befruchtung beurteilen. Dies ist auch der Zeitpunkt, wo wir Sie telefonisch über den Verlauf der Therapie informieren und Ihnen den Termin für den Embryotransfer bestätigen. Bis dahin beobachten und dokumentieren wir die Entwicklung des Embryos regelmässig. Am Tag des Transfers, der in der Regel am zweiten oder dritten Tag nach der Punktion stattfindet, erstellen wir einen Bericht für die Ärzte und wir machen ein Foto des Embryos, das wir Ihnen beim Transfer gerne mit nach Hause geben. Embryo transferieren: Prof. Dr. med. von Wolff Der Embryotransfer wird üblicherweise
2-3 Tage nach der Eizellentnahme durchgeführt. Es ist auch möglich, diesen fünf Tage
nach der Eizellentnahme durchzuführen. Aber das macht in der Regel keinen Sinn,
wenn nur ein oder zwei Embryonen vorhanden sind. Denn, der beste Brutschrank ist immer noch die Gebärmutterhöhle. Ein Embryotransfer ist einfach, schnell und vollkommen schmerzlos. Er dauert ungefähr eine Minute. Der Transferkatheter wird mithilfe einer
Führungshülse ultraschallgeführt in den oberen Teil der Gebärmutterhöhle eingebracht. Der Embryo wird hineingespritzt und das war’s. Die Frau darf direkt danach aufstehen,
darf nach Hause gehen, ihrer Arbeit nachgehen. Es gibt keine wirklichen Empfehlungen bezüglich dessen, was nach einem Embryotransfer gemacht werden soll. Viele sagen, dass man einige Tage alles etwas ruhiger machen soll; was sicherlich nicht falsch ist. Aber spätestens dann ist eigentlich alles wieder erlaubt: Die Frau darf Sport treiben, nicht zu intensiv, sie darf Schwimmen gehen, sie darf Geschlechtsverkehr haben, sie darf sogar die Sauna besuchen, nur nicht zu lange. Der Schwangerschaftstest wird ca. 14 Tage nach der Eizellentnahme durchgeführt. Und wir wünschen unseren Paaren jedes Mal von ganzem Herzen viel Erfolg und Glück. Schwangerschaftstest: Dr. med. A. Kohl-Schwartz Nach zwei Wochen führen wir einen
Schwangerschaftstest im Blut durch. Sofern er positiv ist, kommt die Patientin
zwei Wochen später zur Kontrolluntersuchung bei der wir die Schwangerschaft auch sonographisch bestätigen können. Sollte der Test negativ sein, wartet die Patientin auf ihre Periodenblutung und stellt sich am zehnten bis zwölften Zyklustag zu einer erneuten Kontrolluntersuchung vor. Das ist das Spezielle an der IVF-Naturelle:
Es kann jeden Monat ein Behandlungszyklus durchgeführt werden. Dabei haben wir bei drei Zyklen in Folge eine geringere psychologische Belastung der Patientin als bei einer konventionellen IVF-Behandlung. Abschluss: Prof. Dr. med. M. von Wolff Ich hoffe, Sie haben in etwa verstanden,
wie eine IVF-Naturelle-Therapie funktioniert. Auch hoffe ich, dass Sie interessante Einblicke in die Arbeit des IVF-Labors erhalten haben. Sollten Sie sich weiter interessieren für die Historie, für die Wissenschaft etc.,
so finden Sie Informationen auf der Website, auf der Sie sich gerade befinden. Nahelegen möchten wir Ihnen die Abbildungen auf der Website;
insbesondere ein Flow-Chart, ein Flussdiagramm. Dieses zeigt sehr gut das Konzept, das wir haben, hinsichtlich der IVF-Naturelle-Therapie. Wir fragen nach Ihren Wünschen, nach Ihren Sorgen und nach Ihren Bedürfnissen. Anhand der Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse legen wir dann die für Sie beste, individuell beste IVF-Therapie fest. Sei es eine IVF-Naturelle-Therapie ohne Hormone, eine IVF-Naturelle-Therapie mit einer leichten Hormonstimulation oder auch eine klassische IVF-Behandlung. Das entscheiden wir mit Ihnen. Auch erkennen Sie an dem Flow-Chart ein zweites Konzept unserer Behandlungsform: Wir beginnen mit der Therapie von links nach rechts. Das heisst, wenn Sie es wünschen, beginnen wir mit einer leichten Therapie,
mit der IVF-Naturelle-Therapie ohne eine Hormonstimulation. die am einfachsten ist, am wenigsten Nebenwirkungen hat,
am preisgünstigsten und wahrscheinlich für die Kinder auch am besten ist. Erst dann, wenn Sie dann nicht schwanger werden, beginnen wir von links nach rechts zu wechseln zu einer IVF-Naturelle-Therapie mit einer leichten Hormonstimulation, vielleicht auch zu einer klassischen IVF-Behandlung. Aber für welche Therapie Sie sich
auch immer entscheiden mögen, wir, die IVF-Naturelle-Zentren in Europa, wünschen Ihnen viel Erfolg und viele IFV-Naturelle-Kinder.

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